Donnerstag, 11. August 2011

Sommer Programm Teil 2

Am 1. August waren wir fast den ganzen Tag in Kobe unterwegs, da ein wichtiger Teil unseres Projektes die Befragung von Passanten zu ihrer Meinung über Karaoke ist. Außerdem ist es eine direkt klassische Lehrmethode um Schüler zum Sprechen einer Sprache mit fremden Einheimischen zu bringen und ihnen somit auch die Angst davor zu nehmen (was in den meisten Fällen auch funktioniert).

Da wurde uns auch derartiges gewahr




Am 2. August kam dann unser Kulturausflug nach Kyoto. Als erste Station auf unserem Ausflug besichtigten wir den Kinkaku-ji, den "Tempel des goldenen Pavillon" (金閣寺). Eigentlich heißt der Tempel, der auch über eine prächtige mittelalterliche Gartenanlage verfügt, Rokuon, aber durch die Bekanntheit des Pavillons, wird er eigentlich fast nur mehr Kinkaku genannt.
Der Pavillon wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts errichtet, steht am Rande eines großen Teiches, und seine oberen Stockwerke, welche in verschiedenen Baustilen gehalten sind. sind komplett mit Blattgold überzogen und das Ganze wird gekrönt von einem Phönix.
Bekannt ist er auch dafür, daß er Jahrhunderte unbeschadet überstanden hat, aber 1950 von einem geistig verwirrten Novizen-Mönch angezündet und damit niedergebrannt wurde (er meinte er hätte die Schönheit des Pavillons nicht ertragen) Der Brand wurde literarisch in einem Buch des sehr bekannten Schriftstellers und Traditionalisten Yukio Mishima verarbeitet.
Notiz am Rande: Der Schriftsteller ist jener, der international Berühmtheit mit der Aktion gelandet hat, 1970 mit einer Gruppe Gleichgesinnten den Armeeoberkommandanten als Geisel zu nehmen, die Rückkehr zu den alten Werten zu fordern und schließlich Seppuku, den rituellen Selbstmord beging (der aber fürchterlich schiefging, war daher wohl extrem schmerzhaft).

Plan der Anlage



Der Pavillon





Und unser Prager Freund, der es dem Mönch nachzumachen probiert :)




Nach dem Tempel ging es weiter zur Residenz des Shoguns in Kyoto (des Tokugawa-Shogunats um genau zu sein). An sich regierten die Tokugawas ja von Edo (dem heutigen Tokyo) aus, aber natürlichen unterhielten sie einen Sitz in der kaiserlichen Residenzstadt welche ja auch offiziell weiterhin Haupstadt Japans war (da ja auch der Kaiser weiterhin formell Oberhaupt des Staates war). Man kann es als eine Art Sommerresidenz betrachten, da der Shogun bzw. seine wichtigsten Beamten während des Jahres hierher kamen um wichtige Gäste zu empfangen, mit dem Abgesandten des Shoguns an den Kaiserhof zu sprechen und allgemein "nach dem Rechten zu schauen". Daher ist die Anlage auch als eine richtige (wehrhafte) Burg/Schloß angelegt mit Wassergräben, hohen Mauern etc., da sie aber in der Stadt steht, sollte man sie sich weniger als eine traditionelle Burg (höher gelegen, große Wehrtürme) als vielmehr als abgeschlossenes Areal à la Verbotene Stadt vorstellen (nur in Miniausgabe im Vergleich). Es gibt einen größeren äußeren Palast, in dem die täglichen Geschäfte, Empfänge etc durchgeführt wurden und der durch seine (typisch japanische) Vielzahl verschachtelter Räume, alle versehen mit herausragenden Wandmalereien, deren Motive mit der Verwendung des Raumes korrespondieren, gekennzeichnet ist, und einen inneren Palast, als Rückzugs- und Ruheort, extra abgetrennt durch einen Wassergraben und eine Mauer. Der Innere Palast hat das typische Schicksal von japanischen Schlössern (größtenteils Holzkonstruktion) durchgemacht: Blitzschlag, abgebrannt, wieder aufgebaut, Stadtbrand, abgebrannt, wieder aufgebaut. Wobei das heutige Konstrukt teilweise aus Räumen aus einem anderen Palast besteht, welche der Kaiser (nach seiner übernahme der Anlage) zum Aufbau heranschaffen ließ (soweit ich das richtig verstanden habe).
Eine Spezialität des Äußeren Palastes sind die sogenannten Nachtigall-korridore/-gänge. Der Holzboden der (Verbindungs-) Gänge sieht an sich ganz normal aus, aber in Wirklichkeit sind die Bretter mittels einer raffinierten Konstruktion so beschaffen, daß sie bei jedem Schritt ein Quietschen von sich geben, welches Vögeln (von Nachtigallen, daher der Name) ähneln soll. Dies wurde zum Schutz vor Überraschungsangriffen und Anschlägen gebaut, da sich niemand einschleichen kann, man hört immer wenn jemand kommt, bzw. sich durch den Palast bewegt.

Die Anlage im Plan



Das große Zugangstor zum Äußeren Palast (nach dem Mauertor)



Der Äußere Palast



Der Innere Palast



Leider habe ich keine Photos der Wandmalereien, da in den Räumen photographieren verboten ist, da es den Farben sehr schaden kann.


Danach hatten wir Mittagspause mit freier Zeiteinteilung, welche wir in einem größeren Einkaufszentrum verbrachten. David und ich wollten uns wie üblich ein kleines Lokal in einer der Seitengassen suchen, aber leider hatten wir dafür nicht genug Zeit. Was wir unter anderem stattdessen besucht haben, war "Mr. Donut". Mister Donut ist, wie der Name schon sagt, eine Doughnut-Kette mit einer riesigen Auswahl absolut süßer Doughnuts, Shakes und anderen Mehlspeisen, USA Kenner können die "Dunkin' Donuts" Kette als Vergleich heranziehen (die in den 90ern Mr. Donut in Amerika übernommen hat). Heutzutage ist, laut David, Japan der Hauptmarkt, was einen insofern überraschen kann, wenn man bedenkt, daß japanischen Süßigkeiten bzw. Zucker im Allgemeinen bei weitem nicht so süß, bzw. soviele Kalorien haben wie westliche, und die Japaner meinen, mit solchen Sachen nicht ganz so gut wie wir zurechtzukommen. Mit importierten Rezepten scheinen sie aber weniger Probleme zu haben. Was soll's, da zum Glück auch in Kobe mehrere Mr. Donut in der Umgebung sind, kann ich mich auch dort diesen hingeben!
Obwohl ich auch ganz besonders gerne in Bäckereien gehe, da sie dort auch sehr tolle Sachen verkaufen, zum Beispiel Krapfen mit gewürztem Faschierten (Hackfleisch für meine bundesdeutschen Freunde) gefüllt. Genial! Warum ist bei uns noch keiner auf diese Idee gekommen?!

Danach ging es weiter zum Kiyomizu-Tempel (jener den ich auch im Herbst zur Blätterschau, Momiji, besucht habe), der auf einem kleinen Hügel über Kyoto thront. Der buddhistische Tempel geht zurück bis ins ausgehende 8.Jahrhundert, wobei die meisten heutigen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die Haupthalle und die weite Terrasse davor ruhen auf einer 13 Meter hohen beeindruckend anzusehenden hölzernen Balkenkonstruktion an einem steilen Hang. Es gibt die japanische Redewendung "Die Terrasse des Kiyomizu hinunterspringen", was soviel bedeutet wie bei uns "den Sprung (ins kalte Wasser) wagen" bzw Augen zu und durch. Angeblich geht die Redewendung auf einen "Brauch" der Edo-Zeit zurück, daß Leute die von der Terrasse springen und es überleben ihren Wunsch erfüllt bekommen, wobei das Überleben dadurch gesichert werden sollte, daß die vielen Bäumen unter der Terrasse den Fall abfedern.
Für die Leute die gern weiterführende Infos im Netz suchen: Ich weiß, daß praktisch überall (inklusive Wikipedia) steht, daß laut Aufzeichnungen genau 234 Personen gesprungen sind, nebst genauer Überlebensrate, aber ich schreibe nur wie ich es erzählt/erklärt bekommen habe, und von diesen genauen Zahlen weiß ich nichts, vor allem nicht ob sie stimmen. Ich würd' das Nachprüfen vor Ort nicht empfehlen.
Bekannt ist auch der Miniwasserfall aus drei verschiedenen Strömen Wasser, da diesem Wasser Heil- und Wunscherfüllungskräfte nachgesagt werden, obwohl es sich hierbei um reinen Volksglauben handelt, da meines wissens nach nicht einmal der Tempel diese Meinung vertritt.
Auf dem Tempelareal gibt es auch, in typisch japanischer pragmatischer Religiösität, mehrere Shintoschreine, in deren Nähe man Souvenirs wie Amulette kaufen kann oder auch, sehr beliebt, kleine Holztafeln und -schachteln, auf die man Gebete, Wünsche, Sinnsprüche oder anderes schreibt bzw. kleine Gegenstände rein gibt, die auf Gehängen neben den Schreinen angebracht werden, auf das sich die Wünsche erfüllen mögen (wer sich an den Film "Wasabi" mit Jean Reno erinnert: Er holt einer dieser aufgehängten Schachteln aus dem Kiyomizutempel, die er mit seiner früheren Freundin dort angebracht hatte).
Es werden auch andere Dinge verkauft, aber unter den Schreinen ist, vor allem bei der Jugend, besonders der Liebesschrein mit den Liebessteinen beliebt. Das sind zwei kleine Felsbrocken, die in ca. 20 Meter Entferung in einer geraden Linie aufgestellt wurden, und wenn man es schafft, mit geschlossenen Augen von einem zum anderen zu kommen, dann findet man die wahre Liebe. Es kann einem dabei von einem Freund mittels Zurufen geholfen werden, allerdings bedeutet das, daß man beim Finden der wahren Liebe auch einen Unterstützer braucht der einen zusammenbringt.

Die Straße zum Tempel



Der Tempeleingang



Aufgehängte Täfelchen (es sind viel mehr auf der ganzen Anlage verteilt)





Die Haupthalle mit Terrasse



Ein Teil der Balkenkonstruktion



Wer wagt den Sprung?



Blick über Kyoto



Zum Vergleich: Bilder aus dem Sommer und Herbst (das erste von der Hauphalle siehe oben)












Danach ging's zurück nach Hause, nach Kobe. Es war ein langer und anstrengender Tag, und beinahe alle haben daher im Bus eine Zeitlang geschlafen, aber der Ausflug war es wirklich mehr als wert, obwohl einige (inklusive mir) gern mehr Zeit gehabt hätten um uns alles noch genauer anzuschauen (v.a. der Besuch der Residenz des Shoguns war knapp bemessen).

Mittwoch, 3. August 2011

Sommer Programm Teil 1

Das Sommerprogramm an der Universität Kobe ist natürlich komplett durchgeplant: Jeden Tag beginnt der Unterricht um 9:30, und geht, inklusive Mittagspause, bis 17:00 Uhr. Also offiziell bis 17:00, in Wirklichkeit wird fast immer um beinahe eine halbe Stunde überzogen. Im Programm wird abgewechselt zwischen reinem Sprachunterricht, der in 4 Gruppen aufgeteilt ist, von den Anfängern(wo ich rumhänge), bis zu den Fortgeschrittenen, und ich meine WIRKLICH fortgeschritten und den Kulturvorlesungen, wo alle zusammen sind. Dazu ist einmal ein Tagesausflug nach Kyoto geplant, wo wir uns den goldenen Pavillion, den Kyomizu-Tempel und den Sommerpalast des Shogun ansehen werden.
Untergebracht sind wir übrigens alle in einem kleinen Hotel in der Stadt, mit wirklich kleinen Zimmern. Der Vorteil ist, daß man abends zu Fuß alles leicht erkunden kann (falls man nicht zu müde ist), aber zur Uni und zurück jeweils eine dreiviertel Stunde benötigt. Außerdem werden wir nicht die ganze Zeit im Hotel wohnen, nach den ersten Tagen, wird jeder einzelne etwas mehr als eine Woche bei einer Gastfamilie verbringen, also japanisches Leben hautnah und pur, sozusagen.
Die letzten Tage vor dem Heimflug wieder im Hotel, wobei Lindi und ich ein paar Tage anhängen um uns noch die Hauptstadt Tokyo anzusehen.

Die ersten Tage verliefen relativ unspektakulär: Unterricht, sich mit der Stadt vertraut machen und mit den anderen Studenten abends etwas unternehmen (besonders hervorzuheben: "Mister Brilliant", David Catell). Große Ausnahme: Wir wohnten einer traditionellen Teezeremonie bei, die für uns in einem, eigens für solche Zwecke, gebauten Gebäude der Universität veranstaltet wurde.
Leider habe ich keine Photos davon, da ich noch keine digitale Kamera besitze, aber Nick hat mir dankenswerterweise seine gegeben. Auch haben wir einen Nachmittagsausflug zu historischen Stätten und Sehenswürdigkeiten in Kobe gemacht.

Die Einführungsveranstaltung (wer findet die Nicht-Asiaten? ;)



Das Teeset für die Zeremonie



Die zubereitenden Damen und natürlich: Verbeugen (Mal was Neues in Japan)





Ein Photo von unserer Sprachgruppe beim Ausflug, ein paar Leute fehlen (ja, hatte damals ein paar Kilo mehr, gut erkannt)




Danach gings dann zu den Gastfamilien und damit hat der Spaß erst so richtig angefangen!
Die Gastfamilien sind zwar meistens schon länger dabei, sodaß sie schon seit Jahren im Sommer ausländische Studenten beherbergen, aber aufgrund des Überhangs von asiatischen Studenten kriegen sie nicht oft westliche (und wenn, dann meistens Amerikaner), eine "interessante" Erfahrung für alle Beteiligten. Wie Leser meines Blogs wissen, hatte ich das Glück eine sehr nette und teils "unjapanische" Familie zu bekommen, die wirklich versuchten, mir den Aufenthalt zu angenehm wie möglich zu machen, mir vieles zeigten und mich oft herumkutschierten.
Die erste Aktion war mir endlich eine digitale Kamera zu kaufen und damit gibt's ab diesem Zeitpunkt Photos (von mir).

Mit meinen Gasteltern bin ich dann auch gleich nach Nara gefahren, um den Todai-Tempel zu besuchen, mitsamt dem Dai-Butsu, dem großen Buddha. Der Tempel ist aus mehreren Gründen interessant: Er beherbergt die größte Buddhastatue Japans, 16m hoch (30 mit Sockel), komplett aus Bronze, mit Gold überzogen. Die Haupthalle, in der die Statue steht, ist mit ca. 50x50x50m das größte reine Holzgebäude der Welt und wurde im 8. Jahrhundert gebaut, als Nara eine Zeitlang Hauptstadt des Kaiserreichs war und das Kaiserhaus den Buddhismus annahm und für dessen Verbreitung sorgte (auch in vielen anderen Bereichen nahm man sich zu dieser die chinesische Kultur als starkes Vorbild).
Die Haupthalle wurde einige Male durch Feuer zerstört, aber immer wieder neu aufgebaut (wobei sie früher angeblich sogar noch um einiges größer gewesen sein soll). Noch zu erwähnen wären das später gebaute Eingangstor mit zwei riesigen Wächterstatuen und das Rotwild. Im Park des Tempels leben nämlich mehrere hundert Exemplare von japanischem Rotwild und da sie als heilig gelten, können sie sich auf dem Gelände vollkommen frei bewegen und dürfen auch nicht verletzt werden. Logischerweise gibt es unzählige Stände, die spezielle Kekse zum Füttern der Tiere verkaufen (aber Vorsicht: Sobald die Viecher merken, daß man sowas hat, ist man sofort umzingelt und die knabbern wirklich alles an).

Die Haupthalle



Die Buddha-Statue



Ein Modell einer der früheren Haupthallen und der gesamten Anlage (die Pagoden existieren in dieser Form aber auch nicht mehr)





Eine der Wächter-Statuen und das liebe Vieh






Am letzten Julitag haben einige Leute und ich an der Uni traditionelle Kimonos ausprobiert (eigentlich eine Abart davon, die Variante für den Sommer, das Bad bzw. für zu Hause, den Yukata 浴衣). Sie sind ja sehr angenehm zu tragen aber die eigentlichen Schuhe dazu (Holzsandalen, die Geta) sind sehr gewöhnungsbedürftig (man fällt sehr leicht auf die Schnauze).

Die tapferen Samurai ...



... und die lieblichen Fräulein




Am Abend ging dann eine große Gruppe von uns zu einem Baseballspiel der Lokalfavoriten, der Hanshin Tigers. Es gibt zwar ein eigenes Kobeteam, aber in Osaka und Umgebung sind die Tigers das Um und Auf. Organisiert wurde das Ganze vom Briten Nick und dem britischen Professor Harrison (einem richtigen Tigers Fan). Ich habe den Besuch schon mal kurz im Blog beschrieben, aber um es nochmal zu wiederholen: Baseball ist in Japan wohl der mit Abstand beliebteste Sport noch weit vor allen anderen (inklusve Fußball). Japanisches Baseball (Yakyu 野球) unterscheidet sich ein wenig vom amerikanischen in den Regeln, aber nur marginal. Die Tigers-Fans sind landesweit bekannt für die besonders starke und enthusiastische Unterstützung ihres Teams, sie sind richtige Fans.
Dementsprechend ist bei Spielen das Stadion immer gut besetzt und die Stimmung hervorragend, wie etwa ein gutes Fußballspiel bei uns. Trotzdem bleiben sie Japaner, denn bei den Spielen gibt es "Fan-Einweiser" die Fahnen schwenken und anzeigen welcher Schlachtgesang als nächstes zu singen ist und welcher Rythmus geklatscht wird. Es gibt auch eine Tigers Fan-Spezialität: Am Ende des siebten Innings werden von den Fans hunderte (tausende) Luftballons mit Pfeifröhrchen losgelassen und das Tigers Kampflied gesungen. Am Ende nach Heimspielen feiern sie nach Siegen auch immer noch vor dem Stadion, was in Japan sonst selten vorkommt.
Normalerweise bin ich ja der Meinung, daß Baseball (beim Zuschauen) langweilig ist, aber die Stimmung, die die Tigers-Fans verbreiten, macht es wirklich zum Erlebnis und ich glaube ich bin selbt ein bißchen Hanshin Tigers Fan. Leider gibt es auch immer Schattenseiten, sodaß Tigers-fans auch als Grobiane gelten und die einzigen Hooligans der Liga haben, die sich auch schon mal kleiner Schlägereien mit anderen Fans liefern und Vandalismus betreiben.
Idioten gibt's eben überall.

Ein Photo der Fans und die Fan-Einweiser bei der Arbeit





Die Ballons sind bereit




Erwähnenswert ist auch noch ihr Heimfeld, das Hanshin Kôshien Stadium. Es ist über 80 Jahre alt (das älteste meines Wissens nach), faßt um die 50.000 Zuschauer und ist eines der berühmesten Stadien Japans. Sogar Babe Ruth war mal zu einem Vorführungsspiel im Stadion.
Hier findet auch das einizige statt, daß gleich oder noch beliebter bei Sportfans in Japan ist, als professionelles Baseball: High-School Baseball.
So komisch es auch klingen mag, aber die beiden Nationalturniere (im Frühjahr und das größere im Sommer), die im Stadion abgehalten werden, gehören, obwohl eigentlich nur auf Amateurniveau, zu den jährlichen Großereignissen des Sports in Japan, insbesondere das Sommerturnier. Nicht nur, daß sie im nationalen Fernsehen live gezeigt werden, es geht sogar so weit, daß, falls es zu einer Überschneidung mit einem Tigers-Heimspiel kommt, diese nachgeben und ihr Heimspiel verschieben müssen.

Wir feiern den Sieg vor dem Stadion! (Das Video ist leider sehr dunkel)



Freitag, 29. Juli 2011

Erstschlag

So, zum Abschluß schaffe ich es doch, den 4 Jahre lang versprochenen Bericht über meine Teilnahme am Sommerprogramm (Summer School) über die japanische Sprache und Kultur nachzubringen.
Er ist in mehrere Teile gegliedert (plus diese Einleitung) und beschreibt meine ersten, knapp 3, Wochen in Japan, wie ich sie im Rahmen des erwähnten Programms verbracht habe.
Übrigens war ich nicht der einzige aus Graz, Lindi Rott, eine Freundin aus dem Japanisch-Kurs, absolvierte ebenfalls das Sommerprogramm.

Die Einleitung mag ein wenig komisch wirken, aber ich habe damals einigen Freunden versprochen(eigentlich ging es um eine Wette), sie in diesem Stil zu halten. Und nach so langer Zeit möchte ich sie doch nicht noch verlieren, v.a. da die Wette inzwischen schon bei "Doppelt oder Nichts" steht.




Missions-Logbuch


Montag, 23.Juli 2007

Der Adler ist gelandet.


Nach langer Vorbereitung ist es endlich soweit: Ich bin (zusammen mit meiner Kollegin Lindi) am Bestimmungsort meiner Mission eingetroffen.
Meine Aufgabe: Soviel wie möglich über die Stärken und Schwächen dieses Landes herausfinden und soviel Gebiet wie möglich zu erobern.
Es wird keine leichte Aufgabe, da ich erfahren habe, daß auch andere Mächte versuchen Boden zu gewinnen.
Nun, vom Internationalen Kansai Flughafen geht es erst einmal geradewegs nach Kobe, meiner Operationsbasis.

Erster Eindruck: Es ist sehr heiß und schwül und tatsächlich um einiges anders als zu Hause. Interessanterweise sind die Menschen wirklich alle sehr höflich und (relativ) offen.



Dienstag 24.Juli 2007

Das Unternehmen beginnt.


Insgesamt sind fast 40 Vertreter aus verschiedenen Ländern gekommen um Macht zu gewinnen, wobei mehr als die Hälfte aus China und Korea stammen. Ich habe beschlossen mit einigen Bündnisse einzugehen, da sie sehr freundlich sind, die Aufgabe größer als erwartet und das Land doch bei weitem groß genug zum Teilen ist. Also einmal umgekehrt:
Impera et divide.

Sonntag, 24. Juli 2011

Noch am Leben

Ja, ich bin nicht mehr in Slowenien (schon seit einigen Monaten) und ja, Wieder einmal lange Zeit keinen Eintrag hinterlassen, ich weiß. Warum?
Nach meinem letzten Eintrag war einfach nicht wirklich die Zeit vorhanden: Rückkehr aus Slowenien, mehrere unvorhergesehene Probleme bei einigen Vereinen, bei denen ich Mitglied bin und meine freiberufliche Arbeit. Zudem ist in den letzten Wochen meiner Zeit in Laibach nicht wirklich mehr etwas Aufregendes passiert, das meine Leser interessant gefunden hätten und ein simples, langweiliges Tagebuch war nie die Idee dieses Blogs. In erster Linie waren es die Abschiedsfeiern in der Firma mit den Kollegen und mit meinen Freunden hier (v.a. von AIESEC).

Langsam geht auch mein Blog allgemein zu Ende, da ich praktisch alles Wichtige von meiner Zeit in Japan und jetzt auch Slowenien beschrieben habe und er damit seinen Zweck erfüllt hat. Es wird nur noch eine größere Beitragsserie geben, auf die schon lange gewartet wird.

Zum Abschluß für heute noch ein paar Photos vom kleinen, schon alten aber sehr schönen Rathaus von Laibach und dem, wie versprochen, besseren Photo vom Hauptplatz, von der Burg aus gesehen.








Samstag, 16. Oktober 2010

Sturm auf die Untere Wocheiner Gruppe!

Letztes Wochenende war ich mal wieder Wandern, dieses Mal auf der Gipfelkette um den Rodica, die Unteren Wocheiner Berge, am äußersten Süd-Ost-Ende des Triglav-National Park. Die Gruppe besteht aus den Gipfeln (von West nach Ost) Vogel, Šija, Rodica, Črna Prst. Ursprünglich war ja geplant, den höchsten Berg Sloweniens, den Triglav ("Dreikopf") selbst zu erobern, aber das Vorhaben mußte aufgegeben werden, da ich vor zwei Wochen in Bled erfuhr, daß es um diese Jahreszeit leider fast unmöglich ist, ihn in einem Tag zu besteigen, wegen der wenigen Stunden Tageslicht, zudem gibt es keine Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel zu den Basis-camps. Also bin ich dem Rat des Parkcenters gefolgt und habe eine andere Tour geplant.
Mit dem Zug ging es nach Bohinska-Bistrica (südwestlich von Bled) von dort zum Anstieg auf den Črna Prst, entlang der Kette zum Rodica bis hin zum Šija, wobei ich eigentlich bis zum Vogel wollte, was aber durch die aufkommende Dunkelheit nicht mehr möglich war, und ich beim Šija bereits den Abstieg beginnen mußte.

Die (Strecke) im Detail:

Zu Beginn, gleich aus der Ortschaft hinaus, ein trauriger Ort:


Hier ruhen jene tapferen Männer, die ihr Leben für unser Land geopfert haben ...





Danach der Anstieg über die Nebeldecke zum Črna Prst, also von 500 Meter auf ca. 1800 Meter, wobei bereits beim Anstieg in der Ferne das Triglav- Massiv sichtbar war. Das Ganze hat ein wenig länger als geplant gedauert, da hier auf der Nordseite auch bis Mittag noch Reif liegt, und man deswegen auf den freien Flächen zwischendurch recht vorsichtig sein muß.

Endlich am Črna Prst angekommen, folgte ich dann der Bergkette zum Rodica, den Gipfeln und Flanken entlang mit (kleinen) Klettereinlagen, was aufgrund des schmalen Pfades und steil abfallenden Flanken gar nicht so ohne war. Mir ist natürlich klar, daß das für Bergsteiger und Leute, die in den Bergen aufgewachsen sind, nichts besonderes ist, und sogar ein wenig lächerlich klingt, aber bitte zu bedenken, daß ich einerseits Burgenländer (nicht wirklich Berge dort) und andererseits ich es auch allgemein nicht gewohnt bin auf schroffen Bergen rumzuturnen.
Zudem scheint der Pfad auch an sich nicht viel benutzt zu werden, da mir auf dem ganzen Weg zum Rodica kein anderer Wanderer begegnet ist (außer jemand von der Bergwacht, aber der muß das ja machen).

Hier der Bohinjsko Jezero (Wocheiner See), dessen Westende, auf dem Bild noch hinter dem Berg, mit der Ortschaft Ukanc mein Endziel war. Dieser See ist übrigens der größte Sloweniens und liegt, zum Vergleich, mit knapp über 3 km² von der Ausdehnung zwischen Mattsee und Keutschacher See.




Hier ein Teil des Weges, wer ganz genau hinsieht, kann den Pfad erkennen.




Am Rodica, mit 1966 m der höchste Punkt der Strecke, obwohl der Veliki Roskavec ("Großer Roskavec") nebenan ja offiziell 1 Meter höher ist, dieser aber nicht auf dem Pfad liegt.

Der Triglav (deutscher Name: Terglau), mit 2864 m der höchste Berg Sloweniens und gelegen im Zentrum des Nationalparks.




In diese Richtung (fast genau Süden) liegt Triest, und rechts im Bild (Richtung Südosten), nur 10 - 15 km entfernt, verläuft die Südfront am Isonzo (slow. Soèa).



Jenes Gebiet war Teil der Region in welcher 12 der blutigsten Schlachten des 1. Weltkriegs geschlagen wurden.


Auf der rechten Seite der Šija, der für mich der Endpunkt der Wanderung entlang der Kette war.




Vom Šija ging es dann in Richtung des Vogel Ski-Hotels im Norden (auf dem letzten Photo rechts), vorbei an den Schiliften des Vogel-Schigebiets, von welchem ich wegen der hereinbrechenden Nacht mit der Seilbahn in die Ortschaft Ukanc fahren wollte, wie es mir das Fräulein im Information Center in Bistrica empfohlen hatte. Doch leider: Die Seilbahn fuhr nicht! Wie ich später im Ort erfahren habe, ist es sehr wahrscheinlich, daß wegen der bald beginnenden Wintersaison die Seilbahn zwecks Inspektion außer Betrieb ist. Warum sie das im Info-center nicht wußten? Keine Ahnung.
Das hieß, auch die letzten 1000 Höhenmeter zu Fuß, bis ich in Ukanc war und von dort meine Heimreise nach Laibach antrat, wo ich um 23:30 ankam.

Reine Marschzeit: 12,5 Stunden



Interessante (und lustige) Fakten/Meinungen über Slowenien:

Da der Autor sich auf einem kurzen Erholungsurlaub befindet, fällt die Kolumne heute aus.

Wir geben an dieser Stelle unseren Lesern die Möglichkeit Fragen über dieses Land an unsere Redaktion zu schicken, welche in der nächsten Ausgabe behandelt werden.
Die Adresse lautet: manuel.leitgeb@gmail.com

Samstag, 9. Oktober 2010

Wandern in der Gegend meines Wochenendsitzes

Wie die meisten meiner geneigten Lesern wissen, fürchteten meine Kollegen der "Instiution" den Einfluß, den ich als Daimyo der Provinzen des mittleren Westens Japans erlangte und verfrachteten mich auf den Posten hier, da sie glaubten, mich durch die geringere Entfernung besser unter Kontrolle zu haben. Wieder einmal haben sie sich getäuscht. Als neuer Herr über die Krain habe ich nicht nur neue Vertraute gefunden, sondern erfreue mich auch an anderen Vorzügen dieser Position. Wie beispielsweise meinem Wochenendsitz in Bled (Veldes).

Letztes Wochenende fuhr ich daher nach Bled, nahe der österreichischen Grenze, um einem meiner schönsten Besitztümer einen Besuch abzustatten und ein wenig in der Umgebung zu wandern.
Bled ist an sich sehr klein und ein Touristenort, besitzt aber zudem eine weithin bekannte Spezialität, die Kremna rezina oder einfacher: Kremšnita (Creme-Schnitte), welche ich nach Originalrezept im Café des Hotel Park probiert habe. Danach ging es hoch zur Burg von Bled, welche auf einem Felsvorsprung über dem See thront.



Die Burg im Modell





Auf der einen Seite des Sees liegt eine kleine Insel mit einer Marienkirche




Von der Burg weg wanderte ich dann über die Hügel, die den See umschließen, bzw. umkreiste den See teilweise auch an seinem Ufer. Da glücklicherweise am Nachmittag das Wetter ein wenig besser wurde, war es alles in allem ein schöner Ausflug, und ich bin froh, daß ein solch wunderbarer Ort zu meinem Herrschaftsgebiet gehört. Reine Marschzeit: 8 Stunden



Wenn ein Bräutigam es schafft seine Braut alle Stufen hochzutragen, soll es eine wirklich glückliche Ehe werden:



Über die Hügel im Hintergrund bin ich unter anderem marschiert:





Interessante (und lustige) Fakten/Meinungen über Slowenien:

Gelegen nahe/in den Julischen Alpen und bereits 1004 zum ersten Mal als Ueldes (Veldes) im Zuge einer Schenkung erwähnt, gehörte die Siedlung mit der Burg (gebaut erst im Hochmittelalter) dem Erzbistum Brixen, für welches Bled über Jahrhunderte der wohl wichtigste Fernbesitz war und erst Mitte des 19.Jahrhunderts verkaufte das Bistum den Besitz an Privatleute. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Bled als ausgezeichneter Ort zur Sommerfrische und auch als Kurort bekannt, wobei besonders der schweizer Naturheiler Arnold Rikli mit der Eröffnung eines Hotels beitrug. Die Bekanntheit der Stadt als Luft- und Thermalkurort ging soweit, daß sogar die New York Times Anfang des 20. Jahrhunderts in einer Ausgabe darüber berichtete. Der berühmte Forscher Julius von Payer war ebenfalls regelmäßig in Bled zu Gast und verstarb auch an diesem Ort.
Nach dem Großen Krieg ging Bled den Weg des restlichen Slowenien, wobei noch zwei Besonderheiten erwähnenswert wären, zum einem war im 2. Weltkrieg in Bled das Sicherheitspolizei und SD Hauptquartier der Oberkrain eingerichtet (KdS Veldes), zum anderen nahm sich Tito eine villa im Ort als gelegentliche Residenz (im Stil des alten jugos. Königshauses).
Heute ziehen besonders der See mit seinen Bade- und Sportmöglichkeiten, sowie die Wanderwege auf den umliegenden Hügeln und natürlich die Thermeneinrichtungen viele Touristen an.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Das alte Laibach

Heute sprechen wir ein wenig über die schöne Altstadt von Laibach und beginnen mit dem ältesten und wichtigsten Teil: Der Burg von Laibach.
Erstmals 1144 urkundlich erwähnt als ein Sitz der Spanheimer, wurde der Hügel auf dem die Burg steht aber schon seit 1000 vor Christus (oder noch länger) als Siedlung benutzt. Im Jahre 1335 kam sie unter Herrschaft der Habsburger, welche sie wegen der Türkengefahr im 15. Jahrhundert stark befestigten (laut Quellen wurde die ursprüngliche Spanheimer Burg praktisch abgerissen und ein komplett neues Schloß gebaut). Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dieses vorwiegend als Militässpital und Arsenal benutzt, bis es nach der Franzosenzeit in ein Gefängnis umgewandelt wurde. Es begann auch langsam zu verfallen, da man sich nicht mehr allzu sehr um den Erhalt kümmerte. 1905 kaufte die Stadt Laibach das Schloß und verwendete es nach dem 2. Weltkrieg als Wohnstätten für Bürger der Stadt (angeblich aber für sehr arme Leute, die Lebensbedingungen sollen wirklich absolut sub-standard gewesen sein). In den 60ern wurde die Totalrenovierung beschlossen, welche an die 30 Jahre dauerte, wodurch das Schloß heutzutage aber ein bebliebtes Touristenziel und Ort für kulturelle Veranstaltungen ist. Noch zu erwähnen wäre, daß der Eintritt frei ist, nur für den Gang auf den Aussichtsturm (1848 an Stelle des Wehrturms errichtet) muß man ein wenig zahlen.

Photozeit (beginnend mit der Burg)




Interessant ist die Kapelle mit ihren alten Wanddarstellungen









Für alle Südburgenländer, vor allem Güssinger: Der alte Batthany




Die Universität von Laibach




Für unsere Freunde aus dem Freistaat Kärnten: In dieser Richtung geht's zu euch.




Umschlossen wird der Schloßberg von der eigentlichen Altstadt, welche zum größten Teil aus Häusern gebaut im Stil der Wiener Rezession besteht, da die Stadt 1895 von einem schweren Erdbeben getroffen wurde, welches insbesondere natürlich in der Altstadt sehr große Schäden anrichtete. Daher mußten große Teile neu gebaut werden, wobei jene des Sezessionstils einen schönen Kontrapunkt zu den verbliebenen Barockhäusern darstellt (übrigens geschah das gleiche bereits 1511, damals wurde die Stadt aber im Stil der Renaissance neu aufgebaut).

Der Brunnen der drei Flüße der Krain (inoffiziell nach seinem Architekten: Robba Brunnen) vor dem Rathaus mit der Kathedrale des heiligen Nikolaus im Hintergrund des zweiten Bildes. Der Brunnen zeigt (vergleichbar zum Erzherzog Johann Brunnen in Graz) die drei großen Flüsse der Krain: Laibach, Sawe und Gurk (Ljubljanica, Sava, Krka). Allerdings handelt es sich hierbei nur um ein Replikat, der Originalbrunnen steht inzwischen im Nationalmuseum.






Über die "Drei Brücken" gelangt man zum Hauptplatz im NW, den Prešeren-Platz, benannt nach dem berühmten deutsch-slowenischen Dichter France Prešeren, welcher heute als Nationaldichter Sloweniens gilt. Ebenso steht am Platz die frühbarocke Franziskanerkirche Mariä Verkündigung (ein besseres Bild wird nachgeliefert).




Mehr oder weniger gleich danaben, steht das Hauptgebäude der Universität Laibach, welche lange Zeit die einzige Universität Sloweniens war und heute mit über 60.000 Studenten eine der größten Europas ist. Gegründet wurde sie nach dem Ersten Weltkrieg 1919 (obwohl es schon davor mehrere Akademien in der Stadt gab) und übernahm den alten Sitz des Landtags der Krain als Hauptgebäude (die historische Nutzung ist noch am Krainer Adler über dem Portal zu erkennen).




Als letztes eindrucksvolles Wahrzeichen der Altstadt präsentiere ich die Drachenbrücke.
Geplant nach dem Erdbeben und bezeichnet als Jubiläumsbrücke zum Gedenken des 40-jährigen Regierungsjahres des Kaisers Franz Joseph I (1888), entworfen von einem dalmatinischen Architekten (anscheinend ein Schüler Otto Wagners) und gebaut 1900/1901 von dem berühmten österreichischen Ingenieur Josef Melan. Der eigentliche Name wurde schon nach der Eröffnung verworfen, und nur mehr von der "Drachenbrücke" gesprochen, da die vier Ecken jeweils von einer Statue eines Drachen (dem Symbol der Stadt) geschmückt werden. Angeblich sollen manche Leute sie auch "Schwiegermutterbrücke" nennen, da die Statuen an jene "Hausdrachen" erinnert.





Was am meisten an der Altstadt Laibach auffällt, ist, daß sie sehr stark im österreichischen Stil gehalten ist, so hat man keine Problem zu glauben, man stünde in Graz oder Salzburg.


Interessante (und lustige) Fakten/Meinungen über Slowenien:

Die Gegend um Laibach (und damit die Stadt selbst) wurde unter Karl dem Großen Teil des fränkischen Reiches als Region der Grenzmark Karantanien. Die erste Erwähnung der Stadt (als Siedlung) datiert auf das Jahr 1144, damals auf den Namen Luwigana, obwohl vor kurzem ein Dokument, geschätzt entstanden um das Jahr 1120, entdeckt wurde, welches bereits die Gegend bezeichnet. Zur Zeit werden noch Untersuchungen diesbezüglich betrieben. Im Jahre 1220 erhält Laibach (offizieller Name ab 1278 nach dem Sieg Rudolfs von Habsburg über Ottokar II von Böhmen und Zufallen der Krain) das Stadtrecht und einhergehend das Münzregal, das Recht Münzen zu prägen. Mit der Herrschaft der Habsburger begann auch der Aufschwung der Stadt welcher in einem großen Bekanntheitsgrad als Zentrum der Kunst im 15. Jahrhunder kumulierte. Neu erbaut im Renaissancestil nach einem Erdbeben 1511, mit einer neuen großen Stadtmauer, begann im 16. Jahrhundert sich das erste Mal ein slowenisches Volksbewußtsein zu manifestieren, was sich an der Publikation der ersten Bücher (inklusive Bibelübersetzung) in Slowenisch zeigte. Am Ende des 17. Jahrhunderts wurden große Teile der Stadt im Stile des Barocks um- beziehungsweise neu gebaut, wobei besonders der Italiener Francesco Robba bleibenden Eindruck bis heute hinterließ.
In der Franzosenzeit als Hauptstadt der illyrischen Provinzen, später Teil des Königreichs Illyrien (Kronland des Kaiserreichs Österreich) festigte es um 1850 seine, schon im 18. Jahrhundert vorhandene Wichtigkeit als Transitpunkt durch den Anschluß an das neue Eisenbahnnetz, in diesem Fall an die "Südbahn", die wichtige Verbindung Wien-Triest.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch der Umstand, daß Laibach 1821 Veranstaltungsort des Laibacher Kongreßes als Teil des "Konzerts der Großmächte" der Heiligen Allianz und deren Kongreßsystem war, um Streitigkeiten und Probleme in Europa friedlich beizulegen. In diese Zeit fiel auch die Einführung von Slowenisch als offizielle Sprache.
Nach dem großen Erdbeben von 1895 (welches kaum Todesopfer forderte) mußten Teile der Stadt neu aufgebaut werden, welches in erster Linie durch österreichische und böhmische Architekten im Stile der Wiener Sezession geschah, weiters erlebte Laibach einen großen Schub an Modernisierung, vor allem betreffend seiner städtischen Infrastruktur.
Obwohl durch die Isonzo-Schlachten die Front im 1. Weltkrieg relativ nahe war, war die Stadt nur indirekt und sozusagen aus der Ferne vom Krieg betroffen. Als Teil des SHS-Staates wurde Laibach endgültig das administrative, politische und kulturelle Zentrum von Slowenien und der Slowenen und besonders der Architekt Jože Pleènik drückte der Stadt seinen Stempel auf (so sind die modernen Dreibrücken ebenso sein Werk). Im 2. Weltkrieg als "Lubiana" italienisch besetzt, wurde es danach Hauptstadt der slowenischen Teilrepublik der sozialistischen föderativen Republik Jugoslawien, und 1991 der Republik Slowenien.

Das Stadtwappen Laibachs stellt einen linksgwandten Drachen, sitzend auf dem höchsten Turm der Burg Laibach auf rotem Hintergrund dar, wobei der Drache im Laufe der Zeit das hervorstechende Symbol für die Stadt wurde. Der Legende zufolge soll es sich bei dem Drachen um jenes Monster handeln, welches Jason bei der Rückreise der Argonauten (über Donau, Save und dem Fluß Laibach) in der Nähe der heutigen Stadt erschlug. Die wahrscheinlichere Erklärung ist aber, daß der Drache von der Sage des Hl. Georg übernommen wurde, welcher der Schutzpatron der Burgkapelle ist. Eine weitere Erklärung besagt, daß es vielleicht auch Zufall war, gekommen durch den Umstand, daß er reine Dekoration über dem Wappen war und in der Barockzeit Teil jenes wurde, bis er im 18./19. Jahrhundert als vorherrschendes Symbol und Element hervortrat. Als interessantes abschließendes wäre Detail noch zu bemerken, daß sich dadurch die Stadtwappen von Laibach und Klagenfurt sehr ähneln.